Bist du noch ein Tourist oder schon Gast und Entdecker?

Wer schon mal an der Seite eines Locals einen Ort erkundet hat, wird sich immer wieder nach dieser Erfahrung sehnen. Was mich betrifft, ich liebe es, meine Freunde zu besuchen, die über die ganze Welt verteilt leben. Doch wie kann man sich helfen, wenn man noch niemanden vor Ort kennt? Spotted by Locals kann helfen.

Photo by Andrea Ghisu

Wir reisen viel, das ist Fakt. Jeder hat seine eigene Vorstellung, wie er seine Reise gestalten möchte und Individualität ist dabei, bei vielen von uns, ein sehr wichtiger Faktor. Seitdem ich in den Genuss gekommen bin, meine Zeit an neuen Orten bei und mit Locals zu verbringen, will ich immer mehr davon. Warum? Weil ich mich dann selbst dazugehörig und zu Hause fühle und Land und Leute mit anderen Augen wahrnehmen kann. Weil ich viel präsenter, viel offener bin, mich zurücklehnen und das Geschehen intensiver genießen kann.

Bevor ich vor ein paar Jahren zum ersten Mal nach Lissabon geflogen bin, habe ich in meinem Freundeskreis von meinem neuen Urlaubsziel erzählt. Christina, eine liebe Freundin und Portugals größter Fan, hat sich recht schnell bei mir gemeldet, nachdem sie von meinem Plan gehört hat. Wir haben uns zum Essen getroffen, damit ich mir dabei Tipps holen konnte. Sie hat mich mit allen wichtigen Infos ausgestattet und sagte auch „Andrea, du musst dir unbedingt Spotted by Locals runterladen. Warte, zeige ich dir.“ Das habe ich natürlich getan, einfach weil das Konzept dieser App mich neugierig gemacht und Christinas Erfahrung damit mich überzeugt haben.

Was ist denn Spotted by Locals?

Es ist eine App, ein Stadtführer mit Insider Tipps von Einwohnern und zwar mittlerweile schon für 78 Städte.
Auf der Website kann man lesen: “Spotted by Locals’ handpicked city loving locals write about their favorite spots in their city. Insider tips, not highlights!”

Und genau das ist der Punkt. In der App geht es um Insider-Tipps, um die Lieblingsplätze der Locals. In den Autorenprofilen kann man sehen, wer hinter den Empfehlungen steckt und erhält Infos über die Autoren und ihre Motivation, über einen bestimmten Ort in der Stadt zu berichten und die Empfehlungen auszusprechen. Jeder empfohlene Spot ist begleitet von einem recht ausführlichen Text, einem kurzen Artikel und Karten, die man auch für die offline Nutzung runterladen kann.
Um aus dem Angebot passende Orte für sich auszuwählen, kann man sie nach Entfernung oder Kategorie sortieren und wer möchte, der kann selber Spotter werden für die Stadt, in der er lebt.

Locals in Lissabon           

Und hier berichtet Christina von Lissabon…

Christina berichtet über Lissabon und Spotted by Locals

Hier ein paar von Christinas tollen Empfehlungen mit dem Link zum Spotted by Locals Artikel:

Embaixada – Prince Real’s hip new spot

Photo by Andrea Ghisu

Aguas Livre Aqueduct – Walking into history

Photo by Claudio Carneiro

Livraria Ler Devagar – Industrial bookstore

Photo by Nuno Lopes De Paula

Ich fliege nach London

Als ich Anfang des Jahres in London war, ist mir diese App wieder in den Sinn gekommen und ich habe spontan entschieden, die passende Karte herunterzuladen. Dabei wollte ich auch testen, ob die App ihren Lissabonner Charme nach England mitnimmt.
Ich habe drei Ziele ausgesucht und mich dann auf dem Weg gemacht, neugierig darauf, zu erfahren, wo mich die App hinführt und ob es mich begeistern wird, so wie in Lissabon.

Lustigerweise habe ich in den fünf Tagen London parallel immer wieder Meldungen von Airbnb bekommen, über das ich mein Zimmer gebucht hatte: Empfehlungen zu Sehenswürdigkeiten, Stadtführungen, Workshops und Restaurants. Es hat mich überrascht, dass Airbnb seit meiner letzten Reise vier Monate zuvor Einiges optimiert und neue, interessante Services gestartet hat. Ich habe also die Plattform durchforstet und das Angebot mit Spotted by Locals verglichen.

Airbnb ist sehr attraktiv gestaltet und hat ein wesentlich breiteres Angebot an Empfehlungen, aber man wird dort das touristische Erleben der Stadt einfach nicht los.

Spotted by Locals hingegen bietet weniger Auswahl und das Design ist etwas angestaubt. Dadurch wirkt aber der Auftritt auch gleich wesentlich authentischer. Es sind Empfehlungen der Locals, wie die, die man persönlich von einem Freund vor Ort bekommt, oder im Café um die Ecke von einem Stammgast, mit dem man ins Gespräch kommt.
Ich war froh zu erkennen, dass die App sich in der Zwischenzeit nicht in ein übermäßig kommerzielles Produkt verwandelt hat, so wie es bei vielen Apps geschieht, sobald das Geschäft anzieht. Ich war froh und zufrieden festzustellen, dass der Charme und die Nähe und Echtheit gegenüber dem Reisenden beibehalten wurden und man sich selbst treu geblieben ist.

Aus diesem Grund werde ich diese App weiterverwenden, neben den Standardplattformen, als Geheimtippgeber für die wenig gehypten aber von Locals geschätzten Ecken der Gegend. Warum? In der Hoffnung, dass man auf diese Art und Weise den Menschen, der Kultur, dem Ort näherkommen und sie besser verstehen kann – auch dann, wenn man noch niemanden vor Ort kennt.

Hier der Beweis: ich war tatsächlich in London und ich liebe die Stadt noch mehr als davor.

In London mit Spotted by Locals

Hierhin haben wir uns von der App in London führen lassen und wir waren begeistert:

Kyoto Garden – A taste of Japanese tranquillity

Photo by Andrea Ghisu

Design Museum – Form a straight line

Photo by Andrea Ghisu

Barbican Conservatory – Still summer inside

Photo by Andrea Ghisu

Und da muss ich unbedingt das nächste Mal hin:

Chewing Gum Art – Pavement patterns

Photo by Kamla Pillay

Ich lege großen Wert darauf, nicht nur oberflächlich Dinge anzuschauen, sondern will an meinen Reisezielen in den Alltag der Menschen eintauchen und die Stadt auch so erleben, wie jemand, der dort lebt. Deswegen finde ich das Konzept von Spotted by Locals gut, dass mich nicht nur an historische Sehenswürdigkeiten und für die Öffentlichkeit aufgehübschten Stellen schleppt, wo ich keinen Anteil an der „wahren“ Stadt nehmen kann.
Ich lerne im Prinzip die Autoren der einzelnen Einträge kennen, sie zeigen mir Dinge, die Ihnen am Herzen liegen, die sie an Ihrer Stadt lieben. Ich fühle mich also, als hätte ich einen neuen Freund, der etwas mit mir teilt, der mich mitnimmt in seine Stammkneipe oder in den Park, in dem er gern seine Mittagspause verbringt. So wie es eben wäre, wenn ich meine Freunde besuche. Und das ist es, was die App besonders macht.

Im Gegensatz dazu bieten Apps, die profitorientierter sind eben Anbietern eine Werbeplattform. Jemand der diese Budgets hat und sich bewusst auf Airbnb präsentiert, möchte Touristen und hat keine Zeit, mit jedem ein Bier zu trinken und ein Gespräch anzufangen. Man lernt da niemanden kennen, sieht nur ein Produkt. Das kann spitzenmäßig und mit Liebe gemacht sein, aber man ist im Prinzip alleine unterwegs. Dank des Investments sind Airbnb und Co natürlich top in Bezug auf Design und User Experience – aber dadurch geht eben die Authentizität und die persönliche Note flöten, die für mich entscheidend sind.

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